Sonntag, 9. September 2012
Leben
In den Spiegel zu gucken und nicht mehr zu wissen wer man ist, ist das unangenehmste Gefühl das es gibt. Man entwickelt sich im laufe seines Lebens, wird der Mensch der man ist, der Mensch der man sein will. Doch das Leben legt einem Steine in den weg.
Niemand bleibt ein Leben lang ein und die selbe Person. Die Persönlichkeit entwickelt sich. Man wird älter, erwachsen und man lernt zu leben, unabhängig zu sein und wenn man irgendwann zurück blickt ist man nicht mehr wie als Kind, nicht mehr wie als Jugendlicher, vielleicht sogar schon nicht mal mehr wie gestern.
Man kann nicht beeinflussen wie schnell oder wie langsam man sich entwickelt. Kann man überhaupt beeinflussen wie man sich entwickelt? Vieles wird von der Erziehung beeinflusst, vieles von Freunden und dem allgemeinen Umgang. Doch am meisten ist es das Leben selber das aus uns macht wer wir sind.  



Samstag, 8. September 2012
Wäre das Leben ein Film...
Sich von etwas abzulenken ist nicht immer leicht. Bei Langeweile sucht man sich eine Beschäftigung. Schmerz kann man mit Schmerz bekämpfen. Verlorenes kann man suchen und vergessenes kann man sich in Erinnerung rufen. Doch es gibt Sachen von denen kann man sich nicht ablenken. Es gibt Beschäftigungen die nicht befriedigen, Schmerzen die zu groß sind um sich bekämpfen zu lassen. Verlorenes was man nicht wieder findet und vergessenes an das man sich nie wieder erinnert. Es ist der Tod der all das mit sich bringt. Wenn man an den Toten zurück denkt gibt es keine Beschäftigung die dich ablenkt. Man hat Schmerzen die kein Schmerz auf der Welt übersteigen kann. Man hat was verloren das man nie wieder finden kann. Man vergisst weil die Erinnerung an die Person schwindet egal wie sehr man sich dagegen wehrt. Wenn man einen Menschen verliert, verliert man etwas was unersetzbar ist.
Manchmal frage ich mich wie das Leben wohl wäre, wäre es ein Film. Alles ist möglich und im letzten Moment kann sich noch alles ändern. Der Hauptdarsteller in seinem eigenem Leben zu sein ist nicht zu vergleichen mit dem in einem Film. Die Geschichte ist nicht vorher bestimmt, kommt nicht aus der Feder von jemandem. Das Ende hängt nicht davon ab ob der Autor seinem Schützling ein Happy End wünscht. Man kann nicht zurück spulen um etwas noch mal zu erleben und kann nicht auf Stopp drücken um etwas nicht zu erleben. Es geht nicht um Quoten oder Absatzzahlen, keiner fragt sich was andere lesen oder sehen wollen. Wir selbst sind die Schriftstellen unseres Lebens.
Doch wenn ich so darüber nachdenke kommt auch die Frage auf, wie mag es sein wenn das Leben wirklich zum Film wird? Was denkt man wenn man sich selbst auf der Leinwand sieht, auch wenn man durch jemand anderes verkörpert wird? Es sind meist Dramen und Tragödien die man dort sieht. Niemand interessiert sich für das perfekte und beneidenswerte Leben von jemandem. Aber der Kampf und die Verzweiflung, das wissen das es Leute gibt die noch schlimmeres erlebt haben, das guckt man sich gerne an. Wie mag es sein, sein Leben in etwa anderthalb Stunden noch einmal vor sich zu sehen?
Manchmal wünschte ich mein Leben wäre ein Film, nicht basierend auf einer wahren Geschichte, sondern rein fiktiv. Es ist nicht echt, es ist vorbestimmt und dadurch gibt es keine Überraschungen, es passiert nichts das dich aus der Bahn werfen kann.
Man dreht einen Film, man guckt einen Film und die Geschichte berührt einen, aber man kann damit abschließen. Die Bindung zu den Charakteren ist zu gering um sich langfristig mit ihren Problemen auseinanderzusetzen.
Doch im richtigen Leben reicht ein kurz aufblitzender Gedanke um alles wieder aufzuwirbeln, egal ob es ein Tag, eine Woche oder schon ein Jahr her ist.
Wenn das Leben wäre wie ein Film, wäre es sicher ab und an einfacher, doch es wäre kein Leben.



Ich brauche nur dich
Es ist wieder alles dunkel, es ist kalt und ich weiß nicht was ich tun kann. Ich brauche einen Freund. Aber was ich wirklich will bist du. Wo bist du? Warum bist du nicht bei mir? Ich habe schon so lang nicht mehr an dich gedacht. Ich glaube du bist weg. Habe ich dich wirklich vergessen?
Vor so langer Zeit hast du mir gesagt das du mich nie verlässt. Aber du hast es getan. Weißt du wie plötzlich sich die Dinge geändert haben? Und hier bin ich und Lebe ohne dich weiter. Ich gehe durchs Leben und du bist nicht da.
Und jetzt ziehen die Jahre dahin und ich weiß nicht warum aber ich habe beschlossen aufzuhören zu warten. Wo bist du jetzt? Du könntest alles sofort wieder gutmachen wenn du hier wärst. Alles was du verpasst hast wäre vergessen, aber du bist nicht hier und du wirst es auch nie wieder sein. Egal, wie sehr ich es mir wünsche.
Ist das der Grund für alles was ich mache? Ist das der Grund dafür das ich geworden bin wie und was ich bin? War dein Abschied die Ursache dafür das mein Leben, nein das unser Leben, ins wanken geraten ist? Du kommst nicht zurück, ich weiß nun endgültig du kommst wirklich nicht zurück.
Es wird Tage geben wo wir es bedauern das du nicht zurückkommen wirst. Fehler werden uns einholen und uns wird bewusst das alle Chancen verspielt sein werden. Es ist zu spät, einfach zu spät.
Die Erinnerungen an dich verblassen immer mehr. Von Tag zu Tag verblasst dein Bild und ist fast vollkommen verschwunden. Ich sehe die Mütter die ihre Kinder von der Schule abholen, wie sie mit ihnen auf den Spielplatz gehen oder ins Einkaufszentrum. Das will ich auch. Was hab ich getan? Was habe ich falsch gemacht? Es muss einen Grund dafür geben das ich das nicht auch haben darf, nicht haben kann. Ich suche einen schuldigen, doch werde ich je einen finden?
Ich sehe in die Sterne, suche nach dir und hoffe du kannst mich sehen. Alles was ich brauche ist ein Zeichen von dir. Es ist dunkel und kalt hier. Aber ich brauche keinen Freund. Ich brauche nur dich.